Das Ende des LP 500

Der Prototyp wurde mehrfach umgebaut und mit den späteren Verfeinerungen wie beispielsweise Lufteinlässen in Türen und über den Hinterrädern versehen. Man wollte wissen, wie das funktioniert, die Optik war erst mal egal. So kamen beispielsweise unterschiedliche Lufteinlässe zum Einsatz, bis die endgültige Form gefunden war.

Fotos aus dieser Zeit zeigen, wie schwierig es war, aus einem Showcar einen Testwagen zu machen. Was nötig war, wurde herausgeschnitten, aufgesetzt oder schlicht mit Schrauben befestigt. So erinnert beispielsweise das Anbringen der hinteren Kennzeichenbeleuchtung an eine schnelle, aber unfeine Lösung. Doch wozu auch auf die Optik achten? Wichtig war, dass man Resultate erzielte.

Wann genau der 5-Liter-Motor mit 440 PS sein Leben beendete, ist nicht mehr ganz klar. In der Literatur gibt es hierzu unterschiedliche Aussagen. Offensichtlich dauerte es jedoch nicht lange, bis die Maschine bei einem Hochgeschwindigkeitstest ihr Leben aushauchte.

Das Ende des LP 500 ist jedoch klar: Der Prototyp wurde für den europäischen Crashtest in Großbritannien (MIRA) an eine solide Betonmauer gefahren. Diesen Crashtest bestand er zwar – jedoch ist dessen Aussage unklar, denn die enormen Veränderungen unter anderem am Rohrrahmen oder dem Materialwechsel bei der Karosserie zwischen Prototyp und Serienmodell lassen alle Ergebnisse als nicht vergleichbar erscheinen.

Heute wäre er natürlich unschätzbar wertvoll. Doch immerhin ist der zweite jemals gebaute Countach erhalten und steht heute im Lamborghini-Werk. Dort teilt er sich den Platz mit dem letztgebauten, silbernen Countach. Der älteste noch existierende Countach ist leicht zu erkennen: Er ist der heute einzige mit Seitenfenstern im Stil des LP 500.